Alle Beiträge von Stefan

Freundschaft!

Wer unserem Erzbischof bei der Predigt im Rahmen des Visitationsgottesdienstes gut zugehört hat, könnte geneigt sein, Gott als Mitglied der Sozialistischen Internationale anzusehen. “Freundschaft!” war der Begriff, um den es in der Lesung ging und um den herum Erzbischof Franz Lackner seine Gedanken zur Beziehung Gottes zu den Menschen entwickelte. Aber alles der Reihe nach.

Immer wieder eine Freude und ein beeindruckendes Erlebnis: der Aufmarsch der Leoganger Vereine

Es passiert nur alle sieben Jahre, dass der Herr Erzbischof unsere Pfarrgemeinde besuchen kommt (immerhin sind es 210 Pfarren in der Erzdiözese, um die er sich kümmern muss!). Es ist also ein besonderes Ereignis, dem höchsten geistlichen Würdenträger Salzburgs so direkt begegnen zu können. Die Pfarrgemeinde, insbesondere aber die Gemeinde Leogang, in Verkörperung der Gemeindevorstehung und der Vereine des Orts, war daher bemüht, sich im besten Licht zu präsentieren.

An der Gestaltung des Gottesdienst im Rahmen der Visitation beteiligten sich viele der bewährten Stützen des Pfarrlebens: die Chorgemeinschaft Leogang, das Bläserensemble der Musikkapelle Leogang, Solistinnen und Chorkinder. Der Besuch der Pfarrkirche erlaubte der Musik, frei im Raum zu schweben und bot jedem Kirchgänger ausreichend Luft zum Atmen.

Im Anschluss an den Gottesdienst fand die Segnung der Gräber unserer lieben Verstorbenen statt, ehe Erzbischof Franz Lackner sich zum Prielgut begab und sich dort Zeit nahm, jede der Wohngemeinschaften zu besuchen. Danach zwang ihn der volle Terminkalender leider wieder zur Abreise, aber bemerkenswerterweise nimmt sich der Erzbischof an drei Terminen dieses Jahr Zeit, um sich ein Bild von Leogang zu machen. Dieser war nach der Firmspende also der zweite Besuch bei uns und wir dürfen uns freuen, diesem so nahbaren Kirchenmann, der die Menschen so unmittelbar anzusprechen weiß, noch einmal von Angesicht zu Angesicht zu begegnen.

Firmung mit Erzbischof Franz Lackner

Es ist schon etwas Besonderes, wenn der Erzbischof von Salzburg als Firmspender nach Leogang kommt. Entsprechend feierlich war auch die Stimmung in der gut besuchten Pfarrkirche. Leider musste die Musikkapelle Leogang einen tragischen Todesfall in ihren Reihen erleben und begleitete daher die Firmlinge mit ihren Paten diesmal nicht in die Kirche. Musikalisch festlich wurde dieser Festtag aber trotzdem dank der Messgestaltung durch den Frauenklang  – und einem mutig vorgetragenen, solitischen Halleluja vor dem Evangelium. Auch der Herr Erzbischof erhob seine Stimme für alle gut vernehmbar zu den Liedern, die von der Pfarrgemeinde gemeinsam gesungen wurden.

Die Botschaft der Firmansprache durch Erzbischof Franz Lackner lautet:”Gib Gott eine Chance in deinem Leben!” Es war dies der Satz, der seinem eigenen Lebensweg die entscheidende Wendung gegeben hat. Möge dieses Motto auch Eingang in die Herzen der Firmlinge,  ihrer Paten und von uns allen finden. 

Ostern 2024

Was bedeutet uns Ostern?

Legt der Ostersonntag für uns nur noch das Ende der Wintersaison fest? Wie lange der Skilift noch fährt und die Skipisten durchhalten müssen? Ab wann die Gastbetriebe für einige Woche zusperren können, um sich vom Winterstress zu erholen?

Ist es ein Familienfest ähnlich Weihnachten, nur (leider) mit weniger Geschenken? Ein Anlass, zusammenzukommen und es sich nach den selbst auferlegten Fastenaufgaben bei einem gemeinsamen Festmahl wieder gut gehen zu lassen?

Oder beantwortet Ostern vielleicht eine der zentralen Fragen unseres Lebens? Was sein wird, wenn nichts mehr ist? Ein Fest, das uns an das größte Geschenk erinnert, das wir als Gläubige bekommen haben, die Botschaft vom Ewigen Leben?

Wie auch immer unsere Antwort auf die Frage nach Ostern ausfällt, die Osternacht war ein zutiefst spirituelles Erlebnis! Danke dem Diakon, den Ministranten, allen Lektoren, den Sängerinnen und insbesondere unserer Kantorin, die uns mit der feierlichen Gestaltung des Gottesdienstes dem Sinn und Inhalt unseres Christseins wieder näher gebracht haben.

Narren in der Kirche?

Es ist Fasching und viele von uns lieben es, sich in dieser Zeit zu verkleiden. Sogar die Natur machte dieses Jahr mit indem sich dieser üblicherweise grimmige Sonntag mitten im Februar als milder, regnerischer Frühlingstag ausgab. Manch einer mochte sich im Bett umdrehen und die Kirchgänger angesichts der Umstände auch ohne Verkleidung als Narren ansehen. Sei’s drum. Sogar der Heilige Franziskus wird in einem Stück von Felix Mitterer als “Narr Gottes” tituliert. Die Gläubigen befanden sich also in guter Gesellschaft. 

In der Predigt fanden dem Faschingssonntag gemäß einige Pointen Platz. In einer davon wird die Person des Predigers selbstironisch so charakterisiert: er hat 1) eine laute Stimme, 2) er sagt nichts Neues und 3) das Gesagte hilft überhaupt nicht weiter. Im Kontext des Witzes wirkt diese Beschreibung sehr lustig. Wer sich die Zeit nimmt, etwas länger darüber zu reflektieren, findet darin viel traurige (Un-)Wahrheit, was unsere Beziehung zu Kirche und Glauben angeht.

Die Predigten unseres  Diakons Ludwig sind übrigens auch außerhalb der Faschingssaison sehr pointiert!

Ein Teil der diesjährigen Firmlinge hat den Familiensonntag mit Texten für die Lesung und die Fürbitten gestaltet. Unter den Fürbitten dürfte dem einen oder anderen Anwesenden besonders eine in Erinnerung geblieben sein: Gott möge sich der Faschingsmuffel, die sich nicht verkleiden wollen, annehmen! Falls also heute unerwarteterweise ein Familienmitglied, Freund oder Bekannter gut gelaunt und in Verkleidung aufgetaucht sein sollte, dann könnte dieser Wunsch erhört worden sein!

Die Firmlinge zeichneten sich auch bei der Dekoration, der Bewirtung und der Leitung der Spiele im Pfarrsaal nach dem Gottesdienst aus. Die Stimmung war ausgelassen und fröhlich, auch wenn noch ein paar Quadratmeter Fläche für zusätzliche Spiel- und Tanzbegeisterte freigewesen wären.

Ministranten im Mittelpunkt

Der Gottesdienst am Christkönigssonntag, dem Abschluss des Kirchenjahres, bildet den offiziellen Rahmen für die Vorstellung und die Aufnahme der neuen Ministranten in die Gemeinschaft der Ministranten.

Mit dem lauten und selbstbewussten “Ja!” auf die Frage unseres Diakons Ludwig, ob jeder/jede einzelne MinistrantIn zum Dienst am Altar bereit sei, verknüpft sich eine Verpflichtung und eine Verantwortung, die in diesen Zeiten nicht mehr viele zu übernehmen bereit sind.

Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass unsere Messen, Hochzeiten und Pfarrfeste durch das Mitfeiern der Ministranten noch feierlicher werden und wir bei Beerdigungen durch ihre Anwesenheit getröstet und gestärkt werden.  Dessen sollten wir uns immer bewusst sein.

Irgendwann jedoch – hoffentlich möglichst spät – kommt für jeden Ministranten auch die Zeit, sich vom Dienst am Altar zurückzuziehen. Meist passiert dies von den Kirchgängern unbemerkt, still und leise.

Der Pfarrgemeinde, vertreten durch die Mitglieder des Pfarrgemeinderats, war es diesmal ein ganz besonderes Anliegen, den nunmehrigen Ex-Ministranten ein besonderes Dankeschön auszusprechen und sie noch einmal vor den Vorhang zu holen.

Ein herzliches Willkommen allen neuen Ministranten und ein inniges Pfiat enk Gott den ausgeschiedenen Ministranten!

Leonhardiritt und Pferdesegnung

Der Kirchweihtag St. Leonhard markiert den Beginn der stillsten Zeit im Jahr. Was, ist etwa schon Advent?

Lang schon hat der Monat November die Adventzeit mit ihren zahlreichen Christkindlmärkten, Weihnachtsfeiern, den viel zu vielen Lichtern und Weihnachtslied-Endlosschleifen als Zeit der Besinnung abgelöst. Bevor uns die kalten und nebeligen Tage jedoch in die warmen Stuben zwingen, feiern wir noch gemeinsam ein Fest im Zeichen des Heiligen Leonhard.

Der Reiterzug von Sonnrain durchs Dorf ist jedes Jahr der Höhepunkt des Kirchtags und es ist schön zu sehen, dass das halbe Dorf entlang der Route Aufstellung nimmt, um an dieser Tradition Anteil zu haben.  Möge der Segen, gespendet von Diakon Ludwig, Pferde und Reiter (und auch Wagenzieher und Publikum) gut durch die kommende Zeit geleiten!