Und David tanzte

Für einen kurzen Augenblick war man ganz erschrocken: ein übellauniger Thomas stritt sich doch nicht wirklich mit Ilse vor der versammelten Kirchengemeinde um die Frage, ob gute Laune, Gesang und Tanz am Faschingssonntag in der Kirche angemessen und erlaubt seien?  Aber nein, es war Gott sei Dank eine gut inszenierte Szene, die die beiden am Ambo vor der Lesung zum Besten gaben. Große Schauspielkunst!

Eine Antwort auf diese durchaus ernst zu nehmende Frage gab in der Folge nicht Ilse allein, sondern auch die Lesung aus dem Alten Testament, wo es an einer Stelle heißt:“David und das ganze Haus Israel tanzten und sangen vor dem Herrn mit ganzer Hingabe und spielten auf Zithern, Harfen und Pauken, mit Rasseln und Zimbeln.“

Eine Bibelstelle aus dem Zusammenhang gerissen zu zitieren ist natürlich eine heikle Angelegenheit. Aber eines ist unbestritten: dass der große König David ein (gott-)begnadeter Dichter und Sänger – und offenbar auch Tänzer – war. Und wir dürfen guten Glaubens annehmen, dass Gott mit David war und an jeder Art, wie dieser seiner Freude und  seinem Vertrauen in Gott Ausdruck verlieh, Gefallen fand. Warum sollte es bei uns anders sein?

Wozu hat Gott uns Stimme und Beine gegeben? Natürlich zum Singen und tanzen!

In der katholischen Kirche – und vielleicht noch einmal spezieller in der katholischen Kirche im Pinzgau – sind wir es einfach so gewohnt, in sehr introvertierter Weise den Gottesdienst zu feiern. In anderen Kirchen geht es da schon anders zu, man denke an die berühmten amerikanischen Gospelmessen, wo die ganze Pfarrgemeinde singt und swingt. 

Dieser Rückblick auf den Faschingssonntag soll jetzt aber keine Kritik sein an der Art, wie der Gottesdienst in Leogang an den übrigen Sonntagen gefeiert wird! Er soll nur darauf hinweisen, dass es viele Ausdrucksformen des Glaubens gibt: neben dem stillen, innerlichen Gebet eben auch Tanz, Gesang und Instrumente.

Die Kinder scheinen übrigens letztere Formen zu bevorzugen!  

Ubi caritas et amor…

… deus ibi est.

wo Liebe ist und Güte,
da wohnt Gott.

Seit vielen Jahren steht Renate Pölzleitner dem Caritas-Ausschuss der Pfarrgemeinde vor und nimmt auch hier – so wie bei Loigom hoit zomm – ganz wichtige soziale Aufgaben wahr. Diesem Engagement hat nun auch unser Erzbischof Franz Lackner Rechnung in Form einer Ehrenurkunde getragen, die im Rahmen der ersten Ausschusssitzung dieses Jahres von Pfarrer Franz Auer an Renate überreicht wurde.

Danke für all dein Tun, liebe Renate, nicht nur im Rahmen der Pfarrcaritas, sondern auch an den unterschiedlichsten Stellen in der Gemeinde und im Pfarrgemeinderat. Möge die Ehrung dich stets neu (und noch lange) motivieren!

Die Heiligen Drei Könige – eine unglaubliche Geschichte!

Die Heiligen Drei Könige müssen – auf gut Pinzgauerisch – „wuide Hund'“ gewesen sein. Wer – oder besser was – waren sie tatsächlich? Könige, Sterndeuter in der Funktion königlicher Berater oder Astronomen, also Wissenschafter? Schwer zu sagen. Aber man stelle sich vor: in einer Zeit, als weite Reisen unglaublich beschwerlich und gefährlich waren, entschlossen sich drei wohlhabende, gutsituierte Herren mittleren Alters dazu, einer Vermutung (als was sonst könnte man die Deutung einer ungewöhnlichen Beobachtung am Himmel sonst bezeichnen) nachzugehen und eine langwierige Expedition anzutreten. 

Haben sie sich bereits vor Antritt der Reise gekannt? Standen sie vielleicht in Briefkontakt und haben das ungewöhnliche Himmelsphänomen diskutiert, ehe sie sich zur gemeinsamen Expedition verabredeten? Oder ist jeder für sich in seinen Überlegungen zum gleichen Schluss gekommen und allein aufgebrochen, ehe man sich zufällig traf und die Reise gemeinsam fortsetzte? Auf jeden Fall war es sehr mutig, so wertvolle Dinge wie Gold, Weihrauch und Myrrhe einzupacken, wo man doch hinter jeder Wegbiegung mit Räubern, Soldaten oder Zöllnern rechnen musste.

Einen Fehler haben die Heiligen Drei Könige aber doch gemacht (weswegen sie vielleicht doch eher naive Wissenschafter als diplomatische Herrscher waren): wie konnten sie nur König Herodes in Jerusalem aufsuchen und ihn ohne Umschweife nach dem Ort des „neugeborenen Königs der Juden“ fragen? Das hätte ihnen schon klar sein müssen, dass die Andeutung der Existenz eines Thronrivalen  Ärger bedeuten würde.

Und dann das: der Stern, den sie seit langer Zeit beobachtet hatten, blieb über einer ärmlichen Behausung stehen, wo ein ältlicher Handwerker mit seiner viel jüngeren Frau und deren Neugeborenem hauste. Jeder andere als Kaspar, Melchior und Balthasar hätte sich eingestanden, einer falschen Vermutung aufgesessen zu sein, hätte auf der Stelle kehrt gemacht und wäre ohne Aufwartung gemacht zu haben abgereist. Die drei Weisen aber blieben ihrer Überzeugung treu, übergaben die wertvollen Geschenke und huldigten dem Kind in der Krippe.  Und um die Scharte beim Besuch des Königs Herodes wieder auszuwetzen, kehrten sie heim, ohne ihm noch einmal ihre Aufwartung zu machen und den Ort der Geburt des Kindes preiszugeben. Ein ziemlicher Affront, immerhin hatten sie dieses Versprechen einem König gegeben!

Hollywood wird die Geschichte der Heiligen Drei Könige nicht verfilmen. Es ist eine Geschichte ohne große „Äktschn“ und Kamel-Verfolgungsrennen gab es schon im Film „Lawrence von Arabien“.  Aber ein Poet könnte eine wundervolle Geschichte um die Magier aus dem Morgenland schreiben, die davon handelt, wie drei erwachsene, gebildete und reiche Menschen Ehrfurcht vor der menschlichen Würde und göttlichen Gnade eines armen, hilflosen und fremdländischen Kindes erfahren. Könnte uns so eine Geschichte der Nächstenliebe heute etwas sagen?

Vergelt’s Gott für die großzügigen Spenden im Namen derer, denen ihr eine Verbesserung ihrer Lebensumstände ermöglicht!

Hurra, die Ministranten werden mehr!

Christkönigsonntag, der letzte große, offizielle Termin des Kirchenjahres und traditionellerweise der Tag der Ministranten. Mit einem weinenden Auge wurden jene verabschiedet, die den Dienst am Altar nicht mehr fortführen, mit einem lachenden Auge jene empfangen, die neu hinzukommen und uns im kommenden Kirchenjahr bei Gottesdiensten, Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen begleiten werden.

Danke für euren Einsatz in der Vergangenheit, Bitte ums „Zu’ageh'“ bei allen zukünftigen Feiern und Veranstaltungen, Eure Pfarrgemeinde!

Der offizielle Internet Auftritt der Pfarre Leogang