Pilger der Hoffnung

Es geht wohl vielen Leogangern so: wer sich einmal über die Fußwallfahrt von Hochfilzen nach Maria Kirchental drübergetraut hat, möchte fortan nur ungern wieder darauf verzichten. Das gemeinsame Unterwegssein am frühen Morgen in der zunächst wilden Umgebung zwischen Loferer und Leoganger Stoaberg, die dann am Ausgang der Vorderkaserklamm und hinauf nach Maria Kirchental wieder ganz sanft wird, besitzt eine besondere Magie, die man nur schwer in Worte fassen kann. Aber auch die Wallfahrergruppe, die den etwas kürzeren Weg von der Mautstelle in St. Martin hinauf zum Pinzgauer Dom unter die Füße nimmt, kann sicher von der Kraft berichten, die sich entfaltet, wenn sich die Schritte langsam dem Rhythmus des gemeinsamen Gebets anpassen.

Der Römersattel ist überschritten.

Einmal mehr zeigte sich Petrus gnädig und gewährte den knapp vierzig Teilnehmern der Fußwallfahrt 2025 tadelloses Pilgerwetter. Nicht zu vergessen die zwei Vierbeiner, die die gleiche Strecke zu bewältigen hatten. Ob sie sich an den Rosenkranzgebeten beteiligten, lässt sich nicht beurteilen (das gilt möglicherweise auch für den einen oder anderen menschlichen Teilnehmer).  

Ein wiederkehrendes Bild seit 1708: Leoganger Wallfahrer am Weg nach Maria Kirchental.

Wie es sich für den Pfingsmontag gehört, drehte sich spirituell alles um das Wirken des Heiligen Geistes, insbesondere um dessen sieben Gaben: die der Weisheit, der Einsicht, des Rates, der Erkenntnis, der Stärke, der Frömmigkeit und der Gottesfurcht. Wie diese Gaben zu verstehen sind und was sie bedeuten? Wer sich nicht sicher ist und/oder mehr darüber erfahren möchte, der soll sich einfach kommendes Jahr an der Wallfahrt nach Maria Kirchental beteiligen, den vorgetragenen Texten lauschen, Gespräche mit den Mit-Pilgern führen und der Predigt von Pfarrer Franz Auer im Gottesdienst folgen. Die Wallfahrt wird auf jeden Fall eine Bereicherung sein!

Paradise Road

Musik im Gottesdienst ist immer ein beglückendes Erlebnis. Wenn sie einen dann auch noch mitswingen lässt, führt sie direkt ins Paradies!

Ilse Grießenauer mit dem Ensemble Frauenklang & Friends sowie Jörg Hanusch am E-Piano und Albert Lederer am Schlagzeug bahnten an einem lauen Samstag Abend im Mai mit der Gospelmass von Robert Ray eine solche „Paradise Road“ für die zahlreichen Zuhörer in der Pfarrkirche Leogang…

Frauenklang & Friends
Zwischen Lesung und Evangelium: The Majesty and Glory of Your Name

Kleine Belohnungen zwischendurch…

Damit den Ministranten der allsonntägliche Dienst am Altar gut gelingt, wird immer wieder in der Freizeit dafür geprobt. Da ist nach getaner Arbeit so ein Eis eine willkommene Belohnung! Lasst es euch schmecken (hoffentlich hatte auch die Martina – hinter der Kamera – eine Eistüte in der Hand).

Durch die Karwoche

Die Fastenzeit nähert sich ihrem Ende und wir uns damit dem Höhepunkt des Kirchenjahres. Ein gemeinsamer Gang durch die Woche.

Palmsonntag

Der Sonntagsgottesdienst am Palmsonntag begann am Schulhof. Nach dem Einzug von Diakon und einer beeindruckenden Zahl von Ministranten wurden dort die Palmbuschen geweiht, das Evangelium gelesen und die Ohren der Anwesenden von einem Bläserquartett umschmeichelt.

In der Kirche setzte sich der Ohrschmaus fort: Orgel, die Chorgemeinschaft Leogang und die Kinder der Volksschule gestalteten den Gottesdienst musikalisch. Und bei so vielen geöffneten Ohren fanden wohl auch Diakon Ludwigs Worte Gehör.

Volle Kirchenbänke sind am Sonntagmorgen ein seltener Anblick. Aber eine große Schar Kinder brachte die Eltern mit und füllte die Kirche mit Farben und Leben. Und die eine oder andere zu Boden gefallene Brezel vom Palmbuschen-Schmuck fand während der Feier den Weg in den Mund des Trägers. Aber keine Angst: die Brezeln und anderes Gebäck wurden ja kurz zuvor geweiht!

Kirchenputz-Montag

Leider machen Schmutz und Staub auch vor der Pfarrkirche nicht Halt. Und nachdem wir uns ja in der Kirche auch körperlich wohlfühlen wollen, ist einmal im Jahr eine ordentliche Reinigung notwendig.

Als Pfarrgemeinde sind wir nicht nur eine Gruppe, die sich am Sonntag zum Gottesdienst trifft und sonst nichts miteinander zu tun hat. Gemeinschaft heißt auch, gemeinsam anpacken, wenn es notwendig ist. Erfreulich viele helfende Hände kamen dieses mal zusammen, um dem über das Jahr angesammelten Schmutz zu Leibe zu rücken.

Sich die Hände schmutzig machen, ist eigentlich eine negativ konnotierte Redewendung. Wenn sich die Leiterin des Katholischen Bildungswerks jedoch die Hände schmutzig macht, dann kommt dabei etwas Gutes für uns alle heraus!

Die Ruhe nach dem Putz-Sturm! Vielleicht regt die Idylle des gemeinsamen Mahls nach der Arbeit den einen oder andern an, sich nächstes Jahr auch an der Kirchenreinigung zu beteiligen? Ihr seid alle herzlich willkommen!

Die stillen Tage:

Am Dienstag und Mittwoch herrschte sozusagen Ruhe vor dem Sturm. Es fanden keine Veranstaltungen in oder rund um die Pfarrkirche statt. Es sind besinnliche Tage, mit düsteren Ankündigungen Jesu gegenüber seinen Jüngern. Die entsprechenden Evangelien berichten davon.

Dienstag

Petrus
Joh 13, 21–33.36–38

In jener Zeit, als Jesus mit seinen Jüngern bei Tisch war, wurde er im Geiste erschüttert und bezeugte: Amen, amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich ausliefern.
Die Jünger blickten sich ratlos an, weil sie nicht wussten, wen er meinte.
Einer von den Jüngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte.
Simon Petrus nickte ihm zu, er solle fragen, von wem Jesus spreche.
Da lehnte sich dieser zurück an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist es?
Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde. Dann tauchte er das Brot ein, nahm es und gab es Judas, dem Sohn des Simon Iskariot.
Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, fuhr der Satan in ihn. Jesus sagte zu ihm: Was du tun willst, das tue bald!
Aber keiner der Anwesenden verstand, warum er ihm das sagte.
Weil Judas die Kasse hatte, meinten einige, Jesus wolle ihm sagen: Kaufe, was wir zum Fest brauchen! oder Jesus trage ihm auf, den Armen etwas zu geben.
Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, ging er sofort hinaus. Es war aber Nacht.
Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht und Gott ist in ihm verherrlicht.
Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen und er wird ihn bald verherrlichen.
Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ihr werdet mich suchen, und was ich den Juden gesagt habe,
sage ich jetzt auch euch: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.
Simon Petrus fragte ihn: Herr, wohin gehst du? Jesus antwortete ihm: Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen.
Petrus sagte zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich hingeben.
Jesus entgegnete: Du willst für mich dein Leben hingeben? Amen, amen, ich sage dir: Noch ehe der Hahn kräht,
wirst du mich dreimal verleugnen.

Mittwoch

Letztes Abendmahl
Mt 26, 14–25

In jener Zeit ging einer der Zwölf namens Judas Iskariot zu den Hohepriestern
und sagte: Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Und sie boten ihm dreißig Silberstücke.
Von da an suchte er nach einer Gelegenheit, ihn auszuliefern.
Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote gingen die Jünger zu Jesus und fragten: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?
Er antwortete: Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist da; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Paschamahl feiern.
Die Jünger taten, wie Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.
Als es Abend wurde, begab er sich mit den zwölf Jüngern zu Tisch.
Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich ausliefern.
Da wurden sie sehr traurig und einer nach dem andern fragte ihn: Bin ich es etwa, Herr?
Er antwortete: Der die Hand mit mir in die Schüssel eintunkt, wird mich ausliefern.
Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen,
durch den der Menschensohn ausgeliefert wird! Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.
Da fragte Judas, der ihn auslieferte: Bin ich es etwa, Rabbi? Jesus antwortete: Du sagst es.

Gründonnerstag

Am „hohen Donnerstag“ läuteten die Glocken zum Gloria ein letztes mal und schreckten mit ihrem geballten Zusammenklang so manchen Betenden auf. Ab nun übernahmen Holzschlagwerke und Ratschen deren Aufgabe. Sehr berührend der Auszug des Allerheiligsten aus dem Tabernakel am Hauptaltar am Ende der Messe, nachdem es zuvor noch durch die Reihen der Gläubigen getragen wurde.

Es fällt schwer, den barocken Leoganger Altar in irgendeiner Weise als schmucklos zu bezeichnen. Aber mit dem leeren Tabernakel, ohne Kruzifix, Kerzen und ohne Altartuch wirkt er tatsächlich nüchtern. Ein Bild entsteht im Kopf: der ausgelieferte und dem Tod geweihte Jesus verlässt sein Haus und auch uns. Was, wenn Jesus sich tatsächlich von uns lossagen würde?

Karfreitag

Am Nachmittag um drei Uhr – zur neunten Stunde – fand sich eine Schar Kinder und Erwachsene zur Kreuzwegandacht in der Pfarrkirche ein. In besinnlicher Stimmung wurde die Leidensgeschichte Jesu in verteilten Rollen dargebracht.

Man kommt als Christ nicht umhin, sich die Frage zu stellen, wie eine große Menschenmenge am Palmsonntag den Einzug Jesu nach Jerusalem feiern, und wenige Tage später ein Mob am Hof des Pilatus den Tod Jesu fordern konnte. Wo waren da die Begeisterten, die Jesus zuvor noch zujubelten? In welcher Gruppe hätten wir uns damals befunden? Und wo stehen wir heute, wenn es gilt, Christi Partei zu ergreifen?

Im letzten Bild der Leidensgeschichte wird Jesus ins Grab gelegt. Es ist das Bild totaler Hoffnungslosigkeit. So aber sollten die Kinder und Erwachsenen nicht die Kirche verlassen. Wer wollte, konnte eines der Lichter entzünden, die in ihrer Gesamtheit ein Kreuz unterm großen Kreuz über dem Altar ergaben.

Nach christlichen Vorstellungen bringt ja erst die Osternacht durch die Auferstehung des Herrn das Licht in die Welt. Es kann aber nicht schaden, wenn bis dahin die vielen kleinen Teelichter dafür sorgen, dass es in der Welt nicht ganz dunkel wird.

Karsamstag – Osternacht

Wie schnell doch die Nacht selbst an diesem späten Ostertermin hereinbrach! Um 8 Uhr war es noch hell und warm, eine Stunde später fand man sich in der dunklen Pfarrkirche wieder. Bald aber ging das Osterlicht von Bank zu Bank und brachte etwas Helligkeit in den Raum, währenddessen das Exsultet die Feier der Osternacht einleitete.

Beim Gloria läuteten endlich wieder alle Glocken und Dutzende Kerzen und Kristallluster tauchten den Kirchenraum in strahlendes Licht! Der Altar hatte sich wieder verändert: im Zentrum der zurückgekehrte Christus mit der Siegesfahne. Es war für die anwesenden Christen wieder eine gute Zeit, um das Taufversprechen zu erneuern.

Das festliche Kirchenjahr kann nunmehr beginnen, und der Gang durch die Karwoche hiermit enden.

Der Fasching und das Glück

Es passiert gerade so einiges, das uns die Freude an der Faschingszeit – und an der beginnenden Fastenzeit, die ja eigentlich ebenfalls eine Zeit der Vorfreude ist – vermiesen könnte: es gibt Kriege, der Papst liegt im Krankenhaus, die Wirtschaft ächzt und jammert…

Im Rahmen des Gottesdienstes, der von der Gruppe Kinderliturgie gestaltet wurde, konnte, wer sich traute, auf einem Flipchart seine Gedanken zur Frage „Was mich glücklich macht“ aufschreiben. Die Mutigen waren wieder einmal zum größten Teil die Kinder.

So abgedroschene Begriffe wie Friede und Gesundheit hat niemand aufgeschrieben (aber halt, nein, das stimmt ja gar nicht: wenn es uns/jedem gut geht bedeutet genau das!) Was wir auf dem Blatt Papier noch lesen können, sind einfache und elementare Dinge des Lebens: Ferien, Freunde, Tanzen, Tiere (ja auch die sind gemeint, wenn es jedem gut gehen soll), …

Wie schön, dass nichts von dem zu lesen ist, was uns in unserem täglichen Leben glücksbringend zu sein scheint: Reichtum, Einfluss, Macht, viele Kleider, ein Porsche Cabriolet, den Neid anderer wecken, Tik-Tok Videos, Instagram-Posts, Facebook-Likes,

Wem Paul Watzlawicks Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“ also zu  umfangreich bzw. der Titel zu irreführend ist, der nehme einfach die obige Kurzanleitung zum Glücklichsein vom Faschingssonntagsgottesdienst mit in den Alltag.

Der offizielle Internet Auftritt der Pfarre Leogang