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Die Heiligen Drei Könige – eine unglaubliche Geschichte!

Die Heiligen Drei Könige müssen – auf gut Pinzgauerisch – „wuide Hund'“ gewesen sein. Wer – oder besser was – waren sie tatsächlich? Könige, Sterndeuter in der Funktion königlicher Berater oder Astronomen, also Wissenschafter? Schwer zu sagen. Aber man stelle sich vor: in einer Zeit, als weite Reisen unglaublich beschwerlich und gefährlich waren, entschlossen sich drei wohlhabende, gutsituierte Herren mittleren Alters dazu, einer Vermutung (als was sonst könnte man die Deutung einer ungewöhnlichen Beobachtung am Himmel sonst bezeichnen) nachzugehen und eine langwierige Expedition anzutreten. 

Haben sie sich bereits vor Antritt der Reise gekannt? Standen sie vielleicht in Briefkontakt und haben das ungewöhnliche Himmelsphänomen diskutiert, ehe sie sich zur gemeinsamen Expedition verabredeten? Oder ist jeder für sich in seinen Überlegungen zum gleichen Schluss gekommen und allein aufgebrochen, ehe man sich zufällig traf und die Reise gemeinsam fortsetzte? Auf jeden Fall war es sehr mutig, so wertvolle Dinge wie Gold, Weihrauch und Myrrhe einzupacken, wo man doch hinter jeder Wegbiegung mit Räubern, Soldaten oder Zöllnern rechnen musste.

Einen Fehler haben die Heiligen Drei Könige aber doch gemacht (weswegen sie vielleicht doch eher naive Wissenschafter als diplomatische Herrscher waren): wie konnten sie nur König Herodes in Jerusalem aufsuchen und ihn ohne Umschweife nach dem Ort des „neugeborenen Königs der Juden“ fragen? Das hätte ihnen schon klar sein müssen, dass die Andeutung der Existenz eines Thronrivalen  Ärger bedeuten würde.

Und dann das: der Stern, den sie seit langer Zeit beobachtet hatten, blieb über einer ärmlichen Behausung stehen, wo ein ältlicher Handwerker mit seiner viel jüngeren Frau und deren Neugeborenem hauste. Jeder andere als Kaspar, Melchior und Balthasar hätte sich eingestanden, einer falschen Vermutung aufgesessen zu sein, hätte auf der Stelle kehrt gemacht und wäre ohne Aufwartung gemacht zu haben abgereist. Die drei Weisen aber blieben ihrer Überzeugung treu, übergaben die wertvollen Geschenke und huldigten dem Kind in der Krippe.  Und um die Scharte beim Besuch des Königs Herodes wieder auszuwetzen, kehrten sie heim, ohne ihm noch einmal ihre Aufwartung zu machen und den Ort der Geburt des Kindes preiszugeben. Ein ziemlicher Affront, immerhin hatten sie dieses Versprechen einem König gegeben!

Hollywood wird die Geschichte der Heiligen Drei Könige nicht verfilmen. Es ist eine Geschichte ohne große „Äktschn“ und Kamel-Verfolgungsrennen gab es schon im Film „Lawrence von Arabien“.  Aber ein Poet könnte eine wundervolle Geschichte um die Magier aus dem Morgenland schreiben, die davon handelt, wie drei erwachsene, gebildete und reiche Menschen Ehrfurcht vor der menschlichen Würde und göttlichen Gnade eines armen, hilflosen und fremdländischen Kindes erfahren. Könnte uns so eine Geschichte der Nächstenliebe heute etwas sagen?

Vergelt’s Gott für die großzügigen Spenden im Namen derer, denen ihr eine Verbesserung ihrer Lebensumstände ermöglicht!

Erfüll mit deinen Gnaden…

Die Sternsinger, die Hütten den Segen bringen

Ganz ehrlich: würden uns die Sternsinger am Beginn eines neuen Jahres nicht besuchen, nicht den Haussegen singen und nicht die magische Formel

an der Haustür hinterlassen, es würde uns etwas ganz Wichtiges fehlen! Es gibt uns ein Gefühl der Sicherheit, wenn althergebrachte Traditionen weiterleben und Segenswünsche sind immer willkommen.

Es brauchte dieses Jahr schon eine gewisse Portion Glück, den Sternsingern zu begegnen: nicht nur musste man zum richtigen Zeitpunkt zuhause sein, man musste auch in einem Ortsteil von Leogang daheim sein, der von einer Sternsingergruppe besucht wurde. Denn Leogang ist inzwischen so groß – oder die Zahl der Gruppen so klein? – dass es sich nicht mehr ausgeht, allen Häusern und Familien die Wünsche für ein segensreiches Jahr zu übermitteln.

Wer jemals das Gewand des Kasper, Melchior oder Balthasar angezogen hat oder als Stern den Magiern aus dem Morgenland den Weg gewiesen hat, bewahrt ganz bestimmt schöne Erinnerungen an die Zeit als Sternsinger im Herzen. Seid deshalb auch nächstes Jahr wieder dabei und unterstützt die Pfarrgemeinde bei der Dreikönigsaktion.

Als katholische Kirche (eigentlich: als Katholische Jungschar!), die als Patronin der Sternsingeraktion fungiert, möchten wir uns ganz herzlich bei allen bedanken, die unseren Sternsingerkindern, klein und groß, die Türen geöffnet und fleißig für die  Aktion 2025 Nepal – Kinder stärken und Zukunft sichern gespendet haben. Es ist uns als (katholische) Pfarrgemeinde Leogang bewusst, dass wir immer wieder an viele Haustüren klopfen, die Angehörige anderer Glaubensrichtungen, aus der Kirche Ausgetretener oder auch Agnostiker beherbergen. Umso größer der Dank, dass ihr uns anhört und mit eurer Spende Solidarität mit der ganzen Welt beweist!

Ein herzliches Dankeschön auch an alle Leoganger Betriebe, die den ausgefrorenen Sternsingern im Anschluss an ihren Rundgang eine warme Stube und eine köstliche Mahlzeit angeboten haben.

Dreikönigsfest – Epiphanie

Das Dreikönigsfest –  auch Fest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie) – am 6. Jänner schließt den Reigen der weihnachtlichen Festtage. Er stellt auch den Höhepunkt jener Woche dar, in der die Sternsingergruppen von Haus zu Haus ziehen, um den Bewohnern viel Segen für das neue Jahr zu bringen, sie mit Gesang und Sprüchen zu erfreuen und um eine Spende für die Dreikönigsaktion zu bitten.

Eine letzte Hörprobe – auf die nächsten Sternsingerlieder müssen wir wieder ein Jahr warten.

Dieses Jahr werden eure Spendengelder Hirtenvölkern im Nördlichen Kenia helfen, ihren Alltag besser bewältigen zu können. Dort fehlt es vor allem an etwas, wovon wir in Leogang Gott sei Dank noch reichlich haben – Wasser! Großzügige 10800 € aus Leogang werden Menschen das Überleben in einer Region ermöglichen, die in Zeiten des Klimawandels noch mehr unter Druck gerät, als man sich das in den nördlicheren Breiten des Globus so vorstellen kann. Dank und Segen allen Spendern!

Der Festgottesdienst, den Pfarrer Franz und Diakon Ludwig gemeinsam lasen, fiel durch die bunt gekleideten Sternsinger im Altarraum besonders feierlich aus. Und nach dem gemeinsamen „Stille Nacht, heilige Nacht“ in der abgedunkelten Kirche fand der Pfarrkaffee im Anschluss die Kirchenbesucher in besonders gehobener Stimmung vor.