Auch dieses Jahr war der Wettergott – darf man das auf einer christlichen Pfarrhomepage überhaupt so schreiben? – den Leoganger Wallfahrern gnädig. Vielleicht schon etwas zu gnädig, denn zum Sonnenschein gesellten sich hohe Temperaturen, die sich beim Aufstieg vom Pass Luftenstein nach Maria Kirchental deutlich bemerkbar machten. Aber Petrus – der ist als Wetterzuständiger mit dem christlichen Glauben eher kompatibel – weiß ja um die kühle Luft des Morgens und der schattigen Lage der Vorderkaserklamm, sodass die Fußwallfahrer vom TÜPL Hochfilzen nach Maria Kirchental immer noch frischen Mutes den wolkenlosen Himmel beim letzten Anstieg genießen konnten.

Pünktlich traf die Gemeinschaft der Fußwallfahrer auf jene, die den Aufstieg von St. Martin aus in Angriff nahm, sodass der letzte Rosenkranz vor Erreichen des Pinzgauer Doms in der großen Gruppe gemeinsam gebetet werden konnte.

Die diesjährige Wallfahrt stand unter dem Zeichen eines Jubiläums: vor 325 Jahren wurde das von Fischer von Erlach geplante Kirchenbauwerk geweiht. Nur wenige Jahre später, am 1. Mai 1708, stiftete die Leoganger Knappschaft das berühmte Votivbild über der Sakristei, das die damaligen Wallfahrer zeigt und das als Gründungsereignis der immer noch bestehenden Leoganger Wallfahrt am Pfingsmontag gesehen wird. Eine über 300 Jahre alte Tradition, an der wir im Jahr 2026 unseren Anteil haben – wenn das kein Grund für Stolz und Ehrfurcht ist!

Weil diese jahrhundertealte Tradition sich nicht von der Bergbaugeschichte Leogangs lösen lässt, war dieses Jahr insbesondere die Knappschaft Leogang im Bergkittel beim Hochamt vertreten, was in Verbindung mit der Gestaltung der Messe durch die Chorgemeinschaft Leogang und den Pramauer Musikanten dem Tag eine besondere Festlichkeit verlieh.

Jedes Jahr möchte man als Teilnehmer an der Wallfahrt denken: „so schön war es noch nie!“ Jede Wallfahrt ist einzigartig, was wohl jeder bestätigen kann, der daran teilgenommen hat. Wer sich vom Zauber dieses Tages, dem Gemeinsam-Unterwegs-Sein, dem gemeinsamen Gebet, der magischen Ankunft im Hochtal und der feierlichen Messe im Pinzgauer Dom anstecken lassen möchte, hat auch kommendes Jahr am Pfingsmontag wieder Gelegenheit dazu!