Altarschmuck Fasching 2026

Und David tanzte

Für einen kurzen Augenblick war man ganz erschrocken: ein übellauniger Thomas stritt sich doch nicht wirklich mit Ilse vor der versammelten Kirchengemeinde um die Frage, ob gute Laune, Gesang und Tanz am Faschingssonntag in der Kirche angemessen und erlaubt seien?  Aber nein, es war Gott sei Dank eine gut inszenierte Szene, die die beiden am Ambo vor der Lesung zum Besten gaben. Große Schauspielkunst!

Eine Antwort auf diese durchaus ernst zu nehmende Frage gab in der Folge nicht Ilse allein, sondern auch die Lesung aus dem Alten Testament, wo es an einer Stelle heißt:“David und das ganze Haus Israel tanzten und sangen vor dem Herrn mit ganzer Hingabe und spielten auf Zithern, Harfen und Pauken, mit Rasseln und Zimbeln.“

Eine Bibelstelle aus dem Zusammenhang gerissen zu zitieren ist natürlich eine heikle Angelegenheit. Aber eines ist unbestritten: dass der große König David ein (gott-)begnadeter Dichter und Sänger – und offenbar auch Tänzer – war. Und wir dürfen guten Glaubens annehmen, dass Gott mit David war und an jeder Art, wie dieser seiner Freude und  seinem Vertrauen in Gott Ausdruck verlieh, Gefallen fand. Warum sollte es bei uns anders sein?

Wozu hat Gott uns Stimme und Beine gegeben? Natürlich zum Singen und tanzen!

In der katholischen Kirche – und vielleicht noch einmal spezieller in der katholischen Kirche im Pinzgau – sind wir es einfach so gewohnt, in sehr introvertierter Weise den Gottesdienst zu feiern. In anderen Kirchen geht es da schon anders zu, man denke an die berühmten amerikanischen Gospelmessen, wo die ganze Pfarrgemeinde singt und swingt. 

Dieser Rückblick auf den Faschingssonntag soll jetzt aber keine Kritik sein an der Art, wie der Gottesdienst in Leogang an den übrigen Sonntagen gefeiert wird! Er soll nur darauf hinweisen, dass es viele Ausdrucksformen des Glaubens gibt: neben dem stillen, innerlichen Gebet eben auch Tanz, Gesang und Instrumente.

Die Kinder scheinen übrigens letztere Formen zu bevorzugen!