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Österliche Reinigung

Das Wetter dieser Tage spricht zwar nicht dafür, aber es ist Frühling! Und es ist Osterzeit. Beides sind Zeiten der Erneuerung und des Aufbruchs, Zeiten der Reinigung.

Wie diese Erneuerung persönlich gestaltet und gelebt wird, bleibt jedem Menschen selbst überlassen. Meditation, gute Vorsätze und Gespräche sind eine Möglichkeit, Geist und Seele auf neue Wege zu führen. Bewegung, Sport und eine gesunde Ernährung bieten dem Körper die Chance, sich zu regenerieren und neue Kräfte zu sammeln.

Das Zeichen der Reinigung und Erneuerung, das die Pfarrgemeinde jährlich setzt, ist ein Wortwörtliches, nämlich die Reinigung der Pfarrkirche zum Heiligen St. Leonhard am Tag nach dem Palmsonntag. Das bedeutet: fort mit dem Staub des vergangenen Jahres, weg mit den Spinnweben hinter den viel zu selten betrachteten Bildern und Figuren. Und auch hinaus mit dem Schmutz, den wir bei unseren Kirchenbesuchen hinterlassen haben.

Viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt“ heißt es bei Matthäus. Ähnliches gilt für die Putzbrigade, die sich der jährlichen Aufgabe des Kirchenputzes widmet. Der Aufruf unseres Diakons Ludwig am Schluss der Palmsonntagsmesse, sich daran zu beteiligen, fand zwar Eingang in viele Ohren – aber leider ebenso den direkt gegenüberliegenden Ausgang. Obwohl: es waren der Tätigen schlussendlich durchaus genug!

Einige werden den erneuerten Glanz der Kirche bereits wahrgenommen haben (in den ersten Tagen nach der Reinigung besonders mit der Nase), alle anderen sind herzlich eingeladen, sich im Rahmen der österlichen Feierlichkeiten – und auch danach – selbst davon zu überzeugen.

Jetzt schlägt’s (wieder) dreizehn!

Ja, im besten Sinn schlägt’s wieder dreizehn Uhr von unserer Kirchturmuhr. Das hat es natürlich auch während der Zeit der Renovierung der südlichen und nördlichen Turmuhr-Zifferblätter, aber jetzt kann man die zugehörige Uhrzeit auch wieder sehen.

Demontage des nördlichen Ziffernblatts

Die Turmuhr der Pfarrkirche und jene der Kapelle in Hütten sind die einzigen Uhren im öffentlichen Raum in Leogang. Nicht einmal einer unserer beiden Bahnhöfe verfügt über eine Bahnhofsuhr (aber halt – an der Steinberg- und an der Asitzbahn hat’s ja auch noch jeweils einen Zeitmesser.  Nur rauschen wir dort entweder auf Ski oder am Fahrrad vorbei).

Man könnte also annehmen, wir Loigoma leben weitgehend zeitlos glücklich. Ganz glauben mag man das angesichts der Hektik auf unseren sommerlichen Straßen und Radwegen aber nicht. 

Lassen wir doch unsere Kirche mit ihrer Uhr den Takt des täglichen Lebens angeben, mit Sonntags- und Feiertagsruhe – samt Besuch der Messe klarerweise – dem morgendlichen, mittäglichen und abendlichen Angelusgebet (oder einfach nur einem Innehalten). Oder lasst uns zumindest hin und wieder beim Anblick unseres Kirchturms über das Geheimnis der Zeit und ihres Vergehens sinnieren.     

Ein herzliches Dankeschön an unsere Bergrettung, die wieder einmal unentgeltlich für die sichere Rückkehr der renovierten Zifferblätter an ihren angestammten Platz gesorgt hat!

Ein windiges Unterfangen…